Die Geschäftigkeit des Geistes

Im Moment fehlt mir vor allem eines: Stille. Ich brauche nicht mal unbedingt die Stille im Außen, nein, ich brauche Stille in meinem Kopf. Mein Geist ist momentan geschäftiger als die Samwer Brüder und es fällt mir ungewöhnlich schwer ihn zu stoppen. Ich habe nämlich die Angewohnheit, in Gedanken STOPP zu sagen, wenn mir mein eigenes gedankliches Geplapper auf den Keks geht. Ich stoppe die Gedanken, genieße die Lücke. Diese wunderbare Stille.

Es ist faszinierend, dass der Mensch einfach nicht aufhören kann, zu denken. Wir quatschen uns ohne Unterlass selber zu. Und weil wir uns bei ca. 60.000 Gedanken am Tag nicht ständig was Neues einfallen lassen, quatschen wir uns immer wieder mit selben Zeug voll. Meine Beobachtungen haben ergeben, dass die meisten meiner Gedanken sinnlos oder sogar kontraproduktiv sind.

Nicht denken, machen!

Ich bin ein Macher. Viele Dinge, die ich bis jetzt getan habe, hätte ich nicht getan, wenn ich vorher ausgiebig darüber nachgedacht hätte. Wie langweilig wäre mein Leben gewesen! Natürlich habe ich auch vieles gegen die Wand gefahren, aber das war´s wert! Ich glaube wer zu viel denkt, traut sich weniger und erlebt weniger. Denker suchen Sicherheit und ideale Bedingungen, Macher probieren einfach aus und entscheiden anhand des Ergebnisses. Zu viel Denken stört den Prozess des Tuns.

Ich suche diesen kreativen Prozess des Tuns, die Stille, den Flow, die Verbundenheit. Doch wir haben momentan eine wilde Zeit. Es geht drunter und drüber, ein Ereignis jagt das andere, alles ist eine Achterbahn. Ich bin nicht mehr in der Lage, meine Gedanken zu stoppen. Nach spätestens 30 Sekunden Stille beginnt der Dauerloop von vorne. Ich kapituliere vor meinem eigenen Geist.

Ich gehe ein paar „Werkzeuge“ durch, die ich für solche Situationen parat habe. Meditation – jämmerliche Versuche! QiGong & Yoga – leider auch kein Erfolg. Musik laut aufdrehen und tanzen – das Gedankenkarussell läuft weiter. Auf dem Balkon sitzen und den Geräuschen der Bäume zuhören – eingeschlafen. Ich glaube momentan ist eine Zeit, in der ich härtere Geschütze auffahren muss.

Ich packe meine Sachen, miete einen Wagen und haue ein paar Tage ab. Raus aus der Gewohnheit und Neues erleben. Den RESET-Knopf drücken.

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